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08.06.2009

| 14/2009

Statistische Nachlese zur Europawahl 2009

Landeswahlleiter Küpper: Brandenburg wieder Schlusslicht bei Wahlbeteiligung

Mit 29,9 Prozent Wahlbeteiligung an der Europawahl 2009 ist das Land Brandenburg mit Abstand bundesweit wieder das Schlusslicht, teilte Landeswahlleiter Bruno Küpper heute in Potsdam mit. „Obwohl die Wahlbeteiligung um 3 Prozent zugenommen hat, beträgt der Abstand zum vorletzten Bundesland, Hamburg, 4,8 Prozent, zum Bundesland mit der höchsten Wahlbeteiligung, Saarland, 28,7 Prozent."

In den einzelnen Territorialkreisen stellt sich die Wahlbeteiligung höchst unterschiedlich dar. Über ein Drittel der Wahlberechtigten gingen in der Landeshauptstadt Potsdam an die Wahlurnen (37,0 Prozent). Noch nicht einmal ein Viertel der Wahlberechtigten waren es in der kreisfreien Stadt Brandenburg an der Havel (24,4 Prozent). Auf die einzelnen Gemeinden bezogen ist die amtsfreie Gemeinde Welzow (Landkreis Spree-Neiße) mit 49,5 Prozent Spitzenreiter bei der Wahlbeteiligung. Die geringste Wahlbeteiligung mit 15,6 Prozent hat die amtsangehörige Gemeinde Oderberg (Amt Britz-Chorin-Oderberg, Landkreis Barnim) aufzuweisen.

Die Wahlbeteiligung verteilt sich auf die insgesamt 415 amtsfreien und amtsangehörigen Gemeinden des Landes Brandenburg wie folgt:

unter 20 Prozent: 25 Gemeinden

20 bis unter 30 Prozent: 251 Gemeinden

30 bis unter 40 Prozent: 130 Gemeinden

40 bis unter 50 Prozent: 9 Gemeinden

über 50 Prozent: keine Gemeinde.

 

Sehr differenziert stellt sich auch die Stimmenverteilung auf die einzelnen Parteien dar.

DIE LINKE erhielt landesweit insgesamt 26,0 Prozent der Stimmen, 4,9 Prozent weniger als 2004. In den Territorialkreisen erhielt sie die meisten Stimmen in der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder) mit 33,3 Prozent, die wenigsten Stimmen mit 19,8 Prozent im Landkreis Havelland.

Die SPD erhielt landesweit insgesamt 22,8 Prozent der Stimmen, 2,2 Prozent mehr als 2004. Die wenigsten Stimmen auf die Territorialkreise bezogen erhielt sie in der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder) mit 19,6 Prozent, die meisten Stimmen in der kreisfreien Stadt Brandenburg an der Havel mit 26,8 Prozent.

Für die CDU votierten landesweit insgesamt 22,5 Prozent der Wähler, 1,5 Prozent weniger als 2004. Die meisten Stimmen erhielt sie mit 29,3 Prozent im Landkreis Elbe-Elster. Die wenigsten Stimmen erhielt die CDU auf Territorialkreisebene in der Landeshauptstadt Potsdam mit 14,7 Prozent. 

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN steigerten sich in ihrem Landesergebnis von 7,8 Prozent (2004) auf 8,4 Prozent. Die meisten Stimmen erhielten die Grünen auf Territorialkreisebene in der Landeshauptstadt Potsdam (15,7 Prozent). Im Landkreis Elbe-Elster entfielen lediglich 4,3 Prozent der abgegebenen Stimmen auf die Partei. Insgesamt blieben die Grünen in drei Landkreisen unter der Fünf-Prozent-Hürde.

Die FDP blieb mit insgesamt 7,4 Prozent landesweit über der Fünf-Prozent-Hürde. Sie erreichte im Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 9,0 Prozent ihr höchstes Ergebnis in einem Territorialkreis, wogegen sie in der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder) 5,4 Prozent der Stimmen erhielt.

Die DVU, die erstmalig zur Europawahl antrat, lag landesweit mit insgesamt 1,7 Prozent weit unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die meisten Stimmen erhielt die DVU im Landkreis Elbe-Elster mit 3,0 Prozent. Die wenigsten Stimmen erhielt sie in der Landeshauptstadt Potsdam mit 1,1 Prozent.

 

Gleichzeitig wurden am Tag der Europawahl Bürgermeisterwahlen in Plattenburg (Prignitz), Schipkau (Oberspreewald-Lausitz) und Welzow (Spree-Neiße) durchgeführt. Hier kam es zu folgenden Ergebnissen:

Plattenburg: gewählt wurde Gudrun Hoffmann mit 77,1 Prozent der abgegebenen Stimmen

Schipkau: gewählt wurde Siegurd Heinze mit 89 Prozent der abgegebenen Stimmen

Welzow: hier kommt es am 21. Juni 2009 zu einer Stichwahl zwischen den Bewerbern Birgit Zuchold und Lutz Frauenstein.